Sunday, December 31, 2006

...sie wissen aber schon, dass sie hier nicht parken dürfen...

sonntag, 24.12. – in meinem fall nicht der heilige, sondern der eilige abend, denn es ging zurück in die bundesrepublikanische heimat. das ist der vorteil der verschiedenen zeitzonen – man hat einfach mehr vom tag. in meinem fall auch von der nacht, denn ich hatte im flieger glücklicherweise zwei anlehnungsbedürftige sitznachbarn und einen sitzlehnentreter hinter mir. langstreckenflüge sind aus bekannten gründen ohnehin nicht das wahre für die gesundheit, wenn dann aber noch die klimaanlage auf saunatemperatur eingestellt wird, ist’s vorbei mit ”we love to fly“! „we love to sweat“, wäre da angebrachter gewesen. leicht übermüdet und dehydriert, mit bereits 21 stündiger betriebszeit in den knochen, kam ich morgens in frankfurt an. die null grad nebelwand über frankfurt, ließ den 15 gradigen sonnenschein in new york allerdings schon ein wenig vermissen. dieser temperaturunterschied wurde dann aber spielend durch das empfangskomitee am flughafen ausgeglichen. merci. das hat mich sehr gefreut... frankfurt präsentierte sich wenig weihnachtlich. die erhöhten strompreise hinterlassen auch bei der illuminierten weihnachtsdeko ihre spuren. nach 31 stunden und einer großen willkommensrunde, waren meine akkus schließlich leer und ich hatte das gefühl, als hätte man mir den stecker gezogen. hundemüde fiel ich ins bett und schlief sofort ein. jetlag sei dank, war meine erholsame nachtruhe bereits nach wenigen stunden um 02:20 uhr vorbei. so hatte ich uneingeplante zeit, um meine verwilderte wohnung auf vordermann zu bringen und besorgte es ihr so richtig mit schrubber, glasrein und swiffer. dabei lauschte ich albinoni und seinen 12 oboen, schaute auf knien schrubbend immer mal aus dem fenster und beobachtete dabei den neuen tag beim wach werden.

nach knapp 100 tagen ignoranz präsentierte sich der inhalt meines kühlschrankes, im gegensatz zur nun wieder glänzenden wohnung, nicht mehr ganz so frisch und löste in mir einen lecker-einkaufen-reflex aus... aber der 4te advent, heiligabend und ein sonntag in personalunion sprachen nachvollziehbar dagegen. da allerdings der 25te und der 26te ebenfalls kollektiv geschlossen waren – meine lieblingsrestaurants hatten darüberhinaus weihnachtsferien – erreichte meine nahrungsmittelgrundversorgung einen kritischen tiefpunkt. auch die aral-, esso- und shellfoodshops waren wie zu deh-deh-err-zeiten HO-ladenähnlich leergeräumt. so lernt man ziemlich schnell die vorzüge nicht vorhandener ladenöffnungszeiten zu schätzen. es muß ja nicht gleich rund um die uhr sein.

am abend war ich verabredet und fuhr nach liederbach - ein süßer, kleiner vorort von frankfurt. dieses örtchen kommt standardmäßig etwas verschlafen daher, aber am 1ten weihnachtsfeiertag wirkte es so, als hätten die bewohner die gehwege hochgeklappt und die häuser mit hineingenommen. ich war etwas zu früh, parkte vis-a-vis der zieladdresse und nutzte die zeit für ein plauderchen am telefon. ein preussisches klopfen an der seitenscheibe der fahrertür unterbrach allerdings meine kommunikationsbemühungen. ich öffnete das fenster. „...sie wissen schon, dass sie hier nicht parken dürfen...!“, wilhelmte es mir barsch entgegen. „...und sie wissen auch, dass man während des autofahrens NICHT telefonieren soll...!“, arrogante ich zurück. „...sie stehen hier in einer einfahrt!“, oberlehrte er mich an. ich war einen moment lang sprachlos. es war knapp 20 uhr an einem feiertag und die werkstatt oder was auch immer sich auf diesem grundstück befand in deren einfahrt ich stand, war geschlossen. „...das ist MEINE einfahrt!“, sprach’s noch einmal aus dem vergallten homo errectus. „...weihnachten ist das fest der liebe und da soll man nicht lügen, sondern die wahrheit sagen...“, sprudelte es herzlich aus mir hinaus und schickte ihm ein: „...ich liebe sie!“, hinterher. völlig verkrätzt und wild um sich sabbelnd, zog der einfahrtsbesitzer von dannen. welcome back to germany, dachte ich mir und blieb in der einfahrt stehen. kann gut sein, dass rumpelstilzchen während dessen versucht hat, die polizei zu verständigen. ein lehrstück aus dem kapitel: wie verschaffe ich mir canceröse grundlagen.

das erinnerte mich an das territorialverhalten etlicher mitbürger während der urlaubszeit. immer wieder gerne gesehen: doppelt belegte liegen an pool und strand! man muß ja flexibel bleiben – je nach sonnenstand. schließlich versprach der reiseprospekt ja „all inclusive“. aber nicht, dass die zeitgenossen mit dem besitzanspruchen bis nach dem frühstücksansturm auf das buffet gewartet hätten... weit gefehlt, die handtuchliegenverteiler stellten sich dafür extra den wecker und anektierten im morgengrauen durch die clubsanlagen. einmal konnte ich nicht anders. während einer fotoproduktion in djerba, traf sich das gesamte team um 06:00 uhr zum sonnenaufgangsfotografieren am strand. als wir plötzlich die noch müden frotteesockenträger beim liegen besetzen beobachtete, verschlug es uns die sprache. als sich dann die frühen vögel wieder in ihre nester zurückzogen, sammelten wir fluchs alle handtücher ein und warfen sie zusammen auf einen großen haufen. das hatte was. die liegen waren wieder befreit. die entrüsteten gesichter der adilettenbesitzer hätten wir danach allerdings viel lieber aufgenommen...

ich wünsche allen ein schönes neues jahr, mit vielen positiven überraschungen und erfüllten wünschen. und wenn jeder jeden tag einmal bewußt etwas liebesschönesgutes tut, ja dann...

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